SKK015 Unsichtbares

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Wir sind wieder versammelt und reden über Unsichtbares in unserer Gesellschaft. Dabei versuchen wir erst einmal herauszufinden, was das Thema ist und mäandern uns durch die verschiedenen Dimensionen des Themas.

Shownotes

7 Gedanken zu „SKK015 Unsichtbares

  1. Ronny E

    Zum Der Blogpost von Jennifer und was Obdachlose angeht, möcht ich auch mal eine Story da lassen die mich zutiefst erschüttert hat.

    Zur Zeit arbeite ich noch Teilzeit in nem Pflegeheim als Pflegefachkraft und sollte eigentlich ab 1. Juni die stelv. Stelle der Einrichtungsleitung übernehmen, dann geschah folgendes:
    An einem SONNTAG Abend (~20Uhr), rief mich meine Kollege an, ob ich mal ins Schmutzwäschelager kommen könnte, hier habe es sich einer “bequem” gemacht. Als ich unten war, hatte der besagte Mensch bereits hastig seine sieben Sachen zusammengesammelt und machte sich mit den Worten “ich bin schon weg, ich will kein ärger machen” auf den weg. Stand ich da nun recht ratlos mit meinem Kollegen rum. Anhand des “Geruches”, der sich im gesamten Untergeschoss nun ausgebreitet hat (und das ist noch stark untertrieben!!! Als Pfleger bin ich ja mit so manchen “Noten” vertraut, aber sowas…) war hier Intervention von Nöten.
    Nunja ich hinterher, gefragt wo er denn herkommt, ob er denn irgendwo schlafen könne und ob er überhaupt mal was gegessen hat.
    Zu erst kamen nur “Ausflüchte”, er hätte sich ausgesperrt, sein Kumpel wohne hier, dieser sei aber nicht da gewesen usw. Das der seit Tagen nirgendswo geschlafen hatte wo auch nur ein WC, geschweigedenn eine Dusche in der Nähe gewesen war, selbst im freien war der Geruch heftigst. So da stehst nun mit som Kerl und grübelst, was machst jetz zum Sonntag abend?
    Polizei? sinnlos. Krankenwagen? Kein Notfall, körperlich war der soweit “gesund”, war nicht betrunken, nicht aggressiv, nicht verwirrt, eher ängstlich und beschämt.

    Da der Typ dringend ne Dusche nötig hatte, dacht ich mir, “naja als linksgrünversiffter – Männerumkleide hat ne Dusche, Handtücher und Seife hamwer auch, wat solls” Ich den also gefragt ob er zumindest mal Duschen möchte, er: “wenn das gänge gern”, gesagt getan.
    Ich Gelbe Seiten geschnappt und mir des Hirn zermalmt, was ich nun weiter mit dem Kerl anstelle. Wo rufst denn nun an? Hab den natürlich auch immer bissl im Auge gehabt, in der Umkleide stehen ja auch die Spinte und naja.
    Nachdem der Kerl fertig war (und ein DEUTLICH besseren Geruch hinterließ) hat er wohl auch bissl vertrauen gefasst und erzählte mal so bissl. Sei bis zum Bezug der neuen Wohnung Obdachlos, Obdachlosenunterkunft Gänge gar nicht, hätten die anderen im gleich in der ersten Nacht alles geklaut und möchte mit “denen” auch nichts zu tun haben. Auf die Frage wo er denn nun schlafen würde und ob er was zu essen hätte meinte er, er versuchst in der Bahnhofmission und wenn’s dort nicht klappt sei es ja zumindest nicht mehr so kalt. Essen würde er sich dann am Bahnhof kaufen. “Haben Sie denn Geld?” – “Nein, ich kann erst Morgen wieder was vom Betreuer holen”.
    Hmm, fix hoch auf Station, drei Schnittchen geschmiert, ne Flasche Wasser und 5€ geschnappt, wieder runter, ihm in die Hand gedrückt mit dem Spruch “mehr kann ich leider nicht machen”.

    Nachdem er mir dann seine halbe Lebensgeschichte erzählte, zog er von dannen in einen warmen Mai Sonntagabend und ich fühlte mich dennoch schlecht bis wütend.
    Der Diskurs, der daraufhin losbrach war faszinierend. Eine Gruppe der Kollegen fand das überhaupt nicht berauschend, die anderen solidarisierten sich mit mir. Ich hab viele Tage da noch drüber gegrübelt und abgewägt.
    Die Chefin war allerdings not amused und der Job war futsch!

    Ich fragte mich, wenn nicht einmal eine PFLEGEEINRICHTUNG, desen Unternehmensslogan man sich vorstellen kann (der übliche brei aus “Menschen”, “Herz”, Verstand”, “Fürsorge” blablabla”) so ne Aktion “weg atmen” kann. Wer dann?
    Was gut war an der Geschichte, die Leute haben sich damit mal beschäftigen müssen und ihre vermeintlichen Reaktion und ethisch/moralischen Einstellungen gegenüber diesen Menschen abgeklopft.
    Zwar kam auch wieder dieses abgrundtief dämliche Argument “na Hauptsache die Ausländer kriegens in den A.. gesteckt -.-) aber da is eh alles verloren.

    Nun, kann sich ja jeder selber mal checken, wie er in soner Situation umgeht? Das keine leichte Frage.

    Soviel von mir.
    Ronny aka Caputnix

    PS: Sry für Orthografie .. ich weis 😉

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  2. Ronny E

    Achso, wenn ich mal 3,1/2 minuten über hab, muss ich dringend mal des Intro ordentlich cuten, is ja grußelig wenn das einfach so abreist jedesmal 😉

    LG CX ^^

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  3. Ronny E.

    Zu 1. Isses nich (auch wenns mir egal ist ^^) . Aber solang Word mein Orthographisches Defizit nich hinreichend korrigiert, weiß ich, K.I. íst auch fehlbar … der Termonukleare Angriff, ala Terminator, ist also noch in weiter ferne XD

    Zu 2. Ne der Cut ist einfach fies und geht besser. Hab für A! schon Jingles gemacht und blabla. Ich bastel einfach mal was und schicks. Wenn inhalt schon gut ist, solls am Rahmen nicht fehlen 😉 Unterstützung kann auch so aussehen 😉

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    1. Thomas Beitragsautor

      Ich finde es gut, dass du weißt, was meine Absicht ist. Ich weiß was ducking und ein Crossfade ist. Ich benutze sie nicht. Und Rechtschreibkontrolle hatte noch was mit KI zu tun.

      Tu dir keine Zwänge an. Wir entscheiden, wie die Sendung aussieht und wenn das nicht nachgewiesen gemeinfrei ist, spiele ich es nicht.

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  4. blub

    Was Jennifer bei ~1:20 über Judentum erzählt ist übrigens falsch.
    In der Halacha gilt das matrilineare Abstammungsprinzip: Kinder jüdischer Mütter sind Juden.
    Man kann also genau genommen nicht zum Judentum konvertieren. Als Mann kann man jüdischen Regeln und gebräuchen leben eine Jüdin heiraten und die eigenen Kinder sind dann Juden, du selbst aber nicht (wirklich).
    Das ist halt ne 1A-Abstammungsdefinition.
    Die Selbstdefinition des Judentums ernst zu nehmen ist für Jennifer also Antisemitismus. Gut zu wissen.
    Vielleicht ist auch Ethnie nicht das richtige Wort dafür aber hat jemand ein Anderes?

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